Tag zehn - Alkohol im Alltag
Heute war ein interessanter Tag.
Der Tag begann mit einer spaßigen Situation, wie sie in öffentlichen Verkehrsmitteln häufig vorkommt.
Ich steige in meine "Stamm-Tram". Wohlgemerkt, fährt diese Bahn von einem sozial schwachen Viertel bis zu einem anderen sozial schwachen Viertel. Daher ist das Klientel in der Bahn häufig sehr interessant. Von Frauen mit Jogginghose, pinken Strähnen, einem furchtbaren Vokabular und drei Kindern bis hin zu den Vormittagsalkoholikern.
Heute war ein netter Fahrgast dabei, welcher sich direkt übergeben musste als ich die Bahn betrat. Ein netter Willkommensgruß. Im gleichen Moment verschüttet er sein hochkarätiges Sternburger Pils und fällt vom Platz. Eine aufmerksame Dame war dann so nett, die Flasche mit ihrem Fuß an einen Ort zu rollen, an dem sie nicht ständig hin und her rollt. Das nenne ich Zivielcourage! Aber hey, ich bin ja auch nicht besser.
Nach etwa drei Stationen oder zehn Minuten, schafft es der eiserne Krieger wieder aufzustehen. Ungläubige Blicke verlassen seine gläsernen Augen. Die Feuchtigkeit nimmt in jeder Sekunde zu, als ob er wüsste, dass er sein kostbares Pils verschüttet hatte. Ungläubig sah er seine Mitfahrer an und begann auch gleich freundlich zu fragen, wo sein Bier sei.
"Ey du Fotze wo ist mein Stoff?"
Trotz all der Höflichkeit reagierte Niemand, und so verließ der Gentlemen am Bahnhof die Tramm. Reaktionslosigkeit blieb ein weiterer Mitfahrer.
So traurig sowas auch ist, aber irgendwie sind derartige Situationen besser als jeder Warnhinweis auf der Zigarettenschachtel.
Es ist wie eine art Live-Performance-Art zu den Folgen des ALkoholkonsums.
Trotz eines schmerzlichen Abschieds im Freundeskreis bleibe ich daher heute stark.
Danke, unbekannter Ritter der Abstinenz.
determiniert am 28. Februar 16
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