Sonntag, 10. Januar 2016
Tag Sechs - Wieder auf Kurs
Nach dem kleinen Ausrutscher ist alles wieder beim "Alten". Die Energie ist zurück und sogar der Nachbar war ruhig, ein Sonntag den ich Kater-frei genießen kann...ein sehr seltenes aber doch willkommenes Erlebnis.

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Die Realschule war beendet, meine Beziehung mit dem Alkohol lief wirklich gut, wir hatten eine prima Zeit. Plötzlich war ich im Bereich der eher beliebten Menschen angekommen und habe hinter den mir suspekten Fassaden auch viele brauchbare echte Menschen und Freunde gefunden. Jedes Wochenende gab es wenigstens eine Hausparty, die gleichen Menschen, die gleiche Musik, die gleiche Menge Alkohol. In einer ostdeutschen Kleinstadt war es natürlich oft so, dass die beliebteren Jungen auch der eher konservativen oder auch der rechten Szene verfallen waren. Noch häufiger war allerdings der fliegende Wechsel von politischen Einstellungen. So konnte man problemlos mit Springer-Stiefeln , Bomberjacke und Hitlergru? in den Raum kommen, ohne dass man eine Woche später komisch angeschaut worden wäre, wenn man der Antifa seine Sympathie zuspricht.

So erinnere ich mich an traurige Situationen in denen ich schon damals eine Gänsehaut bekam. Zum Beispiel einmal, vor dem Bio Unterricht. Ein Mitschüler aus der parallel Klasse, welcher bereits 21 Jahre alt war (wir waren 15), entschied sich vor der Stunde ausreichend Jäger-Meister, sowie kleiner Feigling zu trinken. Das Ganze mündete dann in einer Schlägerei vor dem Klassenraum und einem drei tägigen Schulverweis.

Genau jener Schüler kam übrigens als links-Extremist auf die Schule und ist mittlerweile irgendein NPD-Funktionär im Norden Deutschlands. Schön, wenn man seinen Prinzipien treu bleibt.

Nun war der Punkt gekommen, der mein Leben im Bezug zum Suchtverhalten massiv ändern sollte. Ich traf auf eine neue Möglichkeit, mich vom Alltag abzulenken. Das Kiffen.

Doch dazu mehr im nächsten Blog :)