Montag, 22. Februar 2016
Tag sieben - Wie die Zeit vergeht
Lange ist es her , dass ich mich dem Blog gewidmet habe. Zeitweise war das Scheitern der Grund, ein andern mal aber mein immerwährender Erzfeind: Die Uni.

Nach einer Kette von Geburtstagen, Heimat-Touren zu alten Bekannten und guten Freunden, musste ich feststellen, wie schwer es sein kann, gewisse Ereignisse ohne Alkohol zu genießen. Einerseits ist hieran meine Erwartungshaltung Schuld. Jeder kennt das, man trifft jemanden wieder, von dem man gar nicht mehr so recht weiß, was man mit dieser Person anfangen soll. Die Jahre vergehen, die Tätigkeiten sind unterschiedlich, die Probleme des anderen scheinen mehr und mehr belanglos. Steht das bereits im Voraus fest, gibt es aus meiner Sicht drei Möglichkeiten.

Die erste wäre wohl die ehrlichste. Man sagt der Person ab und verdeutlicht gegebenenfalls das mangelnde Interesse am Wiedersehen. Aber sein wir ehrlich, das ist schwer. Schwieriger als kein Bier zu trinken. Und auf der anderen Seite, wenn man Jemandem dieses Gedankengut offenlegt, kann der andere entweder wortlos gehen oder aber es wird ein großes Drama, was widerrum sehr viel Stress erzeugen kann.

Die zweite Möglichkeit, das Ertragen, wird von mir am häufigsten verwendet. Man geht hin, unterhält sich über Banalitäten und trinkt Bier. Nach dem Abend geht man in der Regel nach Hause und denkt sich, ach , es war ja doch ganz nett. Die Frage die sich hier stelllt, warum war es nett?

Die dritte Möglichkeit. Man geht hin, trinkt nicht und nutzt diesen Abend um für sich Klarheit zu finden. Ist die Person wirklich so wie man es erwartet? Bilde ich mir nur ein, dass ich das Treffen ohne Alkohol nicht genießen kann? Am Ende des Abends gibt es zwei mögliche Antworten auf diese Fragen. Eine führt unweigerlich zu Möglichkeit eins, die andere zu Möglichkeit zwei. Ein ewig währender Kreislauf.

Mein aktueller Stand ist relativ positiv. Ich trinke so gut wie gar nicht mehr allein, wenn doch, dann nur ein Bier. Merke ich, dass mir ein Treffen ohne Alkohol kein Spaß mehr macht, gehe ich diesen meist aus dem Weg. Am schwierigsten sind die Treffen mit Freunden, die ständig die gleichen Fehler machen. Vielleicht tue ich das auch, aber manchmal kommt es mir wirklich in etwa so vor:

"Also ich bin mit Augen zu auf der Straße gefahren und es war voll schön, als plötzlich dieser Baum in mein Auto gerast ist! Unglaublich oder? Die Welt ist so unfair zu mir".

Noch vor zwei Monaten hätte ich dieser Aussage beigepflichtet. Seit ich weniger trinke neige ich verstärkt zu Ehrlichkeit, was oft dazu führt, dass andere sich angegriffen fühlen. Aber hey, was solls, so ist es nunmal.

Ein weiterer Punkt der mich hier vom Schreiben abgehalten hat ist die Uni. Oder genauer gesagt: Gruppenarbeiten.

Diese Arbeit zieht sich bis heute. Es verläuft nach Plan. Während zwei Mitglieder der fünfer-Gruppe absolut inaktiv auf das Versäumen der Abgabefrist warten, schreibt eine weitere unverständliche Texte die offensichtlich aus Fachliteratur übernommen und auf völlig abstruse Weise umgeschrieben wurden.

Die anderen Beiden versuchen irgendwie, dass Wasser aus dem sinkenden Boot zu schaffen und unter allen Umständen an Land zu kommen.

Doch eine Änderung hat sich vollzogen. Ohne den regelmäßigen Konsum, bin ich endlich einer von denen, die mit Mühe und Not das Wasser ins Meer schaffen. Ein gutes Gefühl!

Das soll es gewesen sein für Heute, ab morgen geht es absolut spannenden und auch banalen Dingen aus meinem Leben weiter!

P.S. Unter der Woche nicht mehr zu trinken, ist nun kein Problem mehr, und darauf bin ich tatsächlich stolz.

Adios!