Dienstag, 23. Februar 2016
Tag acht - Der Alkohol wartet
Diejenigen, die sich die Mühe gemacht haben, die Beiträge bis hierhin zu verfolgen, werden feststellen, dass es diverse Zeitsprünge zwischen den einzelnen Beiträgen gibt.

Daher habe ich mich entschieden, die Tage eher bildlich als Etappen zu sehen. Vielleicht in der Art und Weise, als dass mich das Thema Alkohol zu jenem Zeitpunkt stark beschäftigt und ich daher einen Beitrag erstelle.

Noch fünf Tage, bis zwei gute Freunde ihre einjährige Reise nach Neuseeland antreten. Für mich sind es einerseits fünf Tage an denen ich die beiden beneide, andererseits sind es noch fünf Tage, bis ich mich wieder unter Druck gesetzt fühlen werden.

Wieso ist das so? Nun, angefangen damit, dass Teile des zum Abschieds zusammentreffenden Freundeskreises eine für mich schwierige Mentalität besitzen, wenn es darum geht, die Party zu verlassen.

Bevor ich darauf eingehe sei gesagt, ich kratze mittlerweile an der 30. Die Zeiten in denen ich gerne bis morgens um fünf in einem Club war, den nächsten Tag nur mit Kater verbringe und jenes Ereignis als gelungen zu bezeichnen, sind nun ca. sechs Jahre her. Und so kommt es doch hin und wieder vor, dass man um drei Uhr Nachts kritisiert wird, wenn man gerne nach Hause gehen möchte. Wenn nun noch ein spezifischer Grund, wie z.B. kommende Uni-Arbeit, die Hilfe bei einem Umzug am nächsten Tag oder andere sinnlose und absagbare Ereignisse hinzukommen, scheint das Verständnis "Null" zu sein.

"Was du gehst schon?!" ..."Jaja, du gehst ja immer so früh"...."Kommste gar nicht mehr mit feiern?" sind an dieser Stelle noch die vertretbarsten Kommentare für mich.

Man kann sich denke ich vorstellen, wie solche Situationen verlaufen, wenn man dann auch noch nüchtern sein sollte. Allerdings werde ich es zu diesem Zeitpunkt nicht sein, und vermutlich nen polnischen machen um mich diesen Sachen zu entziehen. Ich glaube mein Wunsch nach Exzessen ist irgendwie weg, dieses Ziel, dass der Abend nie endet, ist nicht mehr vorhanden, da der Tag darauf ja auch gutes bieten könnte. Ich glaube in dem Punkt werde ich erwachsen bzw. langweilig.

Aber dennoch freue ich mich sehr, auch wenn ich glaube, dass der um diese zwei Personen herum existierende Freundeskreis, welcher mich mit einschließt, bei ihrer Abwesenheit zerbrechen wird. Es gibt manchmal Menschen,die etwas zusammenhalten, was eigentlich gar nicht halten würde. So eine Art Allesklebermenschen. Ich wüsste teilweise nicht worüber man sich ohne dieses Bindeglied unterhalten soll, zumal es keine gemeinsamen Meinungen oder Hobbys gibt. Sicher Barabende sind generell nett, aber eben nur in dieser Konstellation in denen man nicht gezwungener Maßen mit denen reden "muss", mit denen man am wenigsten gemeinsam hat.

Es wird ein trauriger Abschied sein, aber ich freue mich für die Beiden, ich denke es wird ihnen viele offene Fragen für die Zukunft beantworten.

Und was hier passiert, naja wer weiß das schon, auch meine Vermutungen sind eben nur...Vermutungen.

Meine Zielstellung ist übrigens, maximal drei Bier an jenem Abend zu trinken, einfach so, als Zeichen für mich, dass ich es kann. Ich werde es können.

Gute Nacht!