Tag elf - Was mir auffällt
Es ist interessant, wie sehr ich daran gewöhnt war, nach meinen paar Bierchen am Abend ins Bett zu fallen und sofort einzuschlafen, ohne großes Nachdenken, hin und her drehen oder sonstwas.
Seit ich nicht mehr regelmäßig Alkohol zu mir nehme, habe ich erschreckendes festgestellt. Das Haus in dem ich wohne ist unglaublich hellhörig. Schritte von Oben, rumpelnde Geräusche und das wimmern eines Fernsehers von Unten. Wie konnte mir das knapp 1,5 Jahre lang nicht auffallen?
Es war nah an einer Krise, als ich feststellen musste, das diese Nachbarn einen ähnlich furchtbaren Rhythmus an den Tag legen wie ich. Der Vorteil, dass der untere Nachbar ebenfalls bis um eins oder zwei wach ist, und dabei bei offenem Fenster lautstark fernsieht oder telefoniert, macht die Abstinenz noch reizvoller. Nicht.
Doch bin ich besser? Ich erinnere mich an die üblichen Tage. Um 23 Uhr nach hause kommen, Essen machen, Bier öffnen, Counterstrike spielen und dabei lautstark andere Spieler zurückbeleidigen oder aber in Lachanfällen versinken, dass ganze dann so bis 02:00 Uhr. Bei offenem Fenster. Bin ich also besser? Nein, vermutlich nicht.
Doch wie kann es sein, dass man alles von Unten hört, von Oben jedoch nicht? War das wirklich schon immer so?
Die Sehnsucht nach der Flucht wird größer, umziehen, wegziehen, Isolation. Eine feige Flucht, verpackt in der Schönheit eines Traumes.
Aber nunja, dann muss ich eben mein Leben an die Wachzeiten der anderen anpassen, oder Schlaftabletten nehmen. Man wird sehen.
Adios!
determiniert am 04. März 16
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