Ein Jahr kein Alkohol. Tag Eins Reloaded: Wie man drei Jahre lang scheitert
(Bei Interesse und für Details bitte die vorigen Beiträge lesen)
Was bisher geschah
Es ist gut drei Jahre her, dass ich meinen letzten Alkoholfreien Tag des absolut erfolgreichen Experiments dokumentiert habe. In dieser Zeit habe ich mir bewiesen, dass meine Selbstdisziplin absolut furchtbar ist. Leider habe ich mir ebenfalls bewiesen, dass es bei einem halbwegs kontrollierten (also nicht tagsüber) Alkoholkonsum möglich ist, einen guten Bachelor-Abschluss zu machen, Freundschaften zu pflegen, ein hohes Ansehen im Nebenjob zu genießen und so weiter. Diese Einsicht war fatal. Drei Jahre lang bewegte ich mich weiter in einer für mich toxischen Beziehung, arbeitete ein paar Monate an einer ausländischen Uni und nahm die Realität genau so wahr, wie ich es immer tat: Durch die goldene Brille des Bieres.
Nun ist viel passiert. Es kamen vielerlei Einsichten. Einerseits habe ich meinen Wunsch-Masterstudienplatz unerwarteter Weise bekommen und andererseits habe ich die alte Beziehung beendet und die Liebe meines Lebens kennengelernt. Durch sie habe ich es geschafft, ein Ziel zu sehen. Ein Haus. Kinder. Gesundheit. All die Dinge, die ich mit meinem jetzigen Alkoholkonsum wohl bestenfalls in meinen Träumen sehen werde.
Der gestrige Tag bildete den zeremoniellen Abschluss einer Lebensabschnitts. Gleicher Freund, gleiche Kneipe, gleiches Bier, gleicher Kater. Ich will nicht mehr.
Warum ich gescheitert bin
Kurz: ich habe keine Selbstdisziplin.
Lang: Ich bin keiner dieser Menschen, die einen Traum haben oder aber großartige Hobbys, mit denen ich meine Abende verbringen könnte und bin ohne Gesellschaft der langen Weile ausgesetzt.
Ich stecke in einer Einraumwohnung fest. Noch mindestens ein Jahr.
Ich kann meine Finanzen nicht verbessern. Für mindestens ein Jahr.
Ich komme nicht weiter. Für mindestens ein Jahr.
Das waren sie, meine Ausreden, warum es "ok ist jetzt noch Mal ein Asi-Leben zu führen, denn danach habe ich dafür keine Zeit mehr".
Damit ist nun Schluss. (Auch wenn ich mir selbst kaum noch glaube, wenn ich diese Zeilen schreibe.)
Tag eins geht nun in seine vierzehnte Stunde. Keine körperlichen Symptome, aber plagende Gedanken bei allem was irgendwie potentiellen abendlichen Beschäftigungen zu tun hat. Aber ich werde es schaffen.
determiniert am 23. März 19
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