Samstag Abend. Kein Alkohol. Keine Bar. Keine Gesellschaft.
ich streife vorbei an all den lachenden Menschen, den grenzdebilen Teenagern mit ihren Bluetooth-Speakern und was sich sonst noch so auf den Straßen einer Großstadt findet.
Einmal begegnet mir ein finster dreinblickender junger Mann..aber nein, es war nur mein gelangweiltes Ich welches sich in einem Schaufenster spiegelte.
Glück im Unglück: Meine Trampelbarin ist scheinbar nicht zu Haus, also immerhin eine Nacht des Friedens zum Beginn des Experiments.
Der Schlaf gestaltet sich überraschenderweise außerordentlich gut. Meine Phantasien drehen sich nicht darum, morgen früh irgendwo hinzumüssen und die möglichen Katersymptome abzuwägen. Nein, ich plane einfach nur zum Sport zu fahren.
Geträumt - getan. Überraschenderweise schwitze ich beim Sport nicht so ekelhaft, wenn ich den Alkohol am Vortag aus meinem Leben ausklammere. Erste positive Erkenntnis.
Auch die zehn Kilometer Radfahren machen mich nicht so sehr fertig wie sonst, ich bin nur leicht aus der Puste als ich das Studio erreiche. Zweite positive Erkenntnis.
Alles in Allem gestaltet sich mein Denken merklich positiver, ich bin optimistischer und fasse sogar vorsichtig den verstaubten Plan der Selbstständigkeit zumindest in Gedanken wieder an. Dritte positive Erkenntnis.
Negativste Erkenntnis: ich habe zu viel Zeit und zu wenig Hobbies, wenn man alkohol-orientierte Tätigkeiten ausklammert. Nun sitze ich hier an einem Sonntag-Abend und warte Sehnsüchtig auf den morgigen Tag, dann gibt es immerhin wieder etwas zu tun.
Sicher, ich könnte abwaschen, aufräumen...aber ich will nicht sofort ein zu guter Mensch werden, worauf soll ich mich dann noch freuen?
Zeit für einen weiteren ziellosen Spaziergang. Adieu.