Tag vier - Die Herausforderungen
Vier Tage sind vergangen. Tage an denen ich spürbar mehr Energie hatte, reinere Haut und allgemein ein größeres Wohlbefinden.

Das alles wäre super, wenn es denn da nicht auch die Qualen des Alltags geben, welche mich zurück zur flüssigen Ablenkungen führen möchten.

Es ist nun etwa eine Woche, seitdem mein Nachbar sich nach seiner Nachtschicht entscheidet, Mülltonnen gegen die Wände zu werfen oder mit Gummibällen Actionszenen nachzustellen. Vermutlich ist es keine dieser Aktivitäten, aber in einem Neubau hört eben jedes Geräusch..

Als Lärmempfindlicher Weich-Mensch komm ich nicht umhin, mich in meinem Bett hin und her zu drehen und mich zu fragen, ob er weiß, was er seinen Mitmenschen und vor Allem mir damit antut....Hätte ich jetzt ein Bier getrunken, wäre ich wohl schon eingeschlafen...so surrt der Konjunktiv in meinem Hirn. Es ist die Logik, die nun sagen muss "Nein, wenn du ein Bier getrunken hättest würde es dich noch mehr stören, weil es mitunter aggressiv machen kann!".

Aber weit gefehlt, die Logik wurde bereits von Empörung und Wut übermannt und liegt irgendwo dort wo ich sie nicht gebrauchen kann.

Doch ich schaffe es, nach einer halben Stunde, Ohropax und einem Kissen über den Kopf, habe ich es geschafft, die Welt der "Nachtruhe" wurde betreten. Dem Alkohol wurde widerstanden.

.....


Wie ging es nun weiter, damals auf der Klassenfahrt mit dem ersten Kontakt mit Alkohol?

Um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht mehr sicher. Erstens ist es lange her, zweitens habe ich schon damals meinen Hang zu exzessivem Gebrauch von Suchtmitteln kennengelernt. Ich hatte ein Blackout und habe auch direkt die Veranstaltungen am nächsten Tag verschlafen. Als ruhiger Schüler bleibt man den Lehrern scheinbar nicht so sehr im Gedächtnis, dass sie nach einem suchen.

Dieser Urlaub jedoch, sollte im Nachhinein einen Wandel in meinem Leben markieren. Ich kam in neue Kreise, fing an zu rauchen und naja... zumindest bildete ich mir ein, durch den Alkohol eine Tür in mir geöffnet zu haben, hinter der Jemand wartet, den die Menschen mögen. Dass die Menschen mich auch so mögen, wenn ich keinen Alkohol trinke und mich einfach nur traue, ich selbst zu sein.. das habe ich erst mit etwa 25 Jahren verstanden.

Aber naja, lieber spät als nie oder?

Und nun war es das für heute, nach einem alkoholfreien Abend in meiner Stammkneipe. Den Blick in den Augen des Barkeepers werde ich nicht vergessen. "Alkohol frei bitte!"...

Auf eine weitere lärmbelastete Nacht.

Bis bald!